Autor: p.selbst

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in seinen augen bin ich nun ein feindbild ich bin zu einem feindbild allgemein geworden nachdem ich jahrelang jahrzehntelang anerkannt und selbstverständlicher teil der gesellschaft war bin ich nun für so ziemlich alle zu einem feindbild geworden aber nein du bist keineswegs ein feindbild doch…

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rückblickend lässt sich feststellen dass ich nicht weiß wie es hätte wesentlich anders laufen sollen ich habe getan von dem es hieß es sei das richtige von dem ich sicher war es sei das vollkommen richtige man tat was möglich war man ergreift gelegenheiten sobald…

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ich setze mich doch jeden tag mehrmals zu meinem mann ich setze mich zu ihm am morgen und am mittag und am nachmittag und fast den gesamten abend ebenso wir sitzen nebeneinander oder uns gegenüber und entweder nehmen wir etwas zu uns oder wir lesen…

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hinter allen ecken lauern vermiedene vergangene verflossene in jedem laden an jeder ampel in jedem ubahnwaggon jedem taxi jedem straßenzug hocken diejenigen mit denen ich längst nichts mehr zu tun haben möchte mit denen ich gebrochen habe mit denen ich innerlich abgerechnet habe aus notwendigkeit…

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aber es herrscht keine stille ich hätte nichts gegen einen park in der stadt einen einzigen park zwischen den stadttoren die bäume stehen sämtlich vor ihnen tore die basare paläste häuser gassen gossen schützen es sollte umgekehrt sein zwischen den toren die grüne stille nur…

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die menschen in dieser stadt blickten überwiegend ernst und streng und aneinander vorüber und durch sich selbst hindurch das war ihm früher nicht aufgefallen oder er hatte es anders wahrgenommen und erlebt jetzt aber nach seinem tod musste er feststellen dass die art und weise…

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der regen verursacht so eine herrliche musik ich kann stundenlang dem trommeln der tropfen zuhören man muss die musik des regens in sich aufnehmen und wirken lassen sagte er und mir wurde schwindlig vor so viel wetterfühligkeit als würde regen musik verursachen wie einen unfall…

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es wäre besser gewesen mich in einen geschlossenen raum zu gebären in ein nur mit größter anstrengung zu überwindenden ort ( und womöglich wäre es mir doch gelungen darüber hinweg zu kommen ) etwas vollkommen resonanzfreies ohne zugang ein geschlossener raum hat den vorteil begrenzter…

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du blickst mit einem vertrockneten ernst in die welt sagte sie und ich war mir augenblicklich sicher dass dies kein versprecher war es handelte sich ganz sicher und felsenfest um vertrocknete ernsthaftigkeit mein problem bestand in der angestrengt trockenen suche nach ernsthaftigkeit ich befand mich…

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auf der fahrt zum job zur arbeit zum täglich brot von den ernstesten gesichtern im waggon umgeben why so serious ? was interessiert es mich was interessieren die nachrichten die ereignisse des tages der nacht der dämmerungen die begebenheiten der freunde der kollegen der arbeit…